Herbizideinsatz in Kartoffeln

Liebe Kartoffelanbauerinnen und Kartoffelanbauer,

in den meisten meiner Kartoffelanbauregionen werden aktuell noch die letzten Kartoffeln gelegt. Die kühle Witterung und vor allem viel Feuchtigkeit in der unteren Bodenschicht haben in diesem Jahr zu etwas späteren Legeterminen geführt. Die vorhergesagte Erwärmung dürfte aber zur Folge haben, dass die Kartoffeln zügig auflaufen werden. Daher sollte nun zeitnah auch an die Herbizidstrategie gedacht werden.

Die Basis hierbei sind nach wie vor Behandlungen im Vorauflauf mit Breitbandherbiziden oder Tankmischungen. Neben der breiten Wirksamkeit sind eine gute Dauerwirkung und in vielen Regionen auch ein geringer Anspruch der Wirkstoffe an die Bodenfeuchtigkeit wichtige Anforderungen bei der Mittelwahl.

Durch den jahrelangen Einsatz einseitiger Wirkstoffkombinationen wurden inzwischen verstärkt Problemunkräuter wie Melde- und Gänsefußarten, aber auch Windenknöterich und Nachtschatten herausselektiert. Aus Gründen des Resistenzmanagements sollte daher die einseitige Anwendung bestimmter Wirkstoffgruppen vermieden werden. Auf manchen Standorten zeigen Gänsefuß und Meldearten bereits erste Minderwirkungen bei Triazinhaltigen Herbiziden (z.B.Metribuzin). Darüber hinaus sollte beim Einsatz von Metribuzin auch auf die Sortenverträglichkeit geachtet werden, da eine zunehmende Zahl neuerer Sorten sehr empfindlich auf diesen Wirkstoff reagiert. Auch ohne sichtbare Blattschäden kann dieser Wirkstoff, der in sehr vielen Herbizidkombinationen enthalten ist, durchaus Ertrag kosten.

In diesem Jahr steht Ihnen mit Sinopia® ein neues breitwirksames Herbizid zur Verfügung, welches alle wichtigen Unkräuter einschließlich Schwarzen Nachtschatten und Windenknöterich sicher erfasst und damit neue Maßstäbe bei der Unkrautbekämpfung in Kartoffeln setzt. Sinopia®  ist metribuzinfrei und zeichnet sich durch eine sehr gute Dauerwirkung und einen geringen Anspruch an die Bodenfeuchtigkeit aus. Ein besonderer Vorteil liegt aber auch in der einfachen Handhabung.

Meine Empfehlung:

Früher Vorauflauf (8 – 10 Tage vor dem Durchstoßen)

3,0 l/ha Sinopia®: auch für metribuzin empfindliche Sorten geeignet, nicht in Pflanzkartoffeln

2,0 l/ha Proman® + 1,0 l/ha Metric®: metribuzinhaltig; nicht in Pflanzkartoffeln

Beide Lösungen vereinen eine ausgezeichnete Dauer- und Breitenwirkung (bei hohem Unkrautdruck inkl.Nachtschatten) mit gleichzeitig geringem Anspruch an die nachfolgende Bodenfeuchtigkeit

Kurz vor dem Durchstoßen gegen normale Mischverunkrautung inkl.Klettenlabkraut

2,0 – 2,5 l/ha Proman® + 3 l/ha Prosulfocarb: auch in metribuzinempfindlichen Sorten einsetzbar

Tipp:

Bei bereits aufgelaufenen Unkräutern 0,4 l/ha Quickdown® + 1,0 l/ha Toil® zugeben.

Für individuelle Empfehlungen stehe ich gerne zur Verfügung

Helmut Schöler
Telefon 0171 – 743 35 81
helmut.schoeler@belchim.com