Fungizidstrategie Kartoffel 2021

Als Vollsortimenter im Kartoffelbau bietet Belchim einen Pflanzenschutz vom Legen bis ins Lager. Dazu gehören insbesondere unsere protektiven Fungizide wie Proxanil ExtraRanman Top oder Shirlan zum Schutz vor Kraut- & Knollenfäule. Auch kurative Lösungen gegen Krautfäule wie Cymbal Flow oder speziell der Schutz vor Alternaria durch Narita gehören natürlich dazu. Zusätzlich bieten wir für den ökologischen Anbau auch FiBL‑gelistete Fungizide an, wie unser vielseitig einsetzbares Airone.

Der Ständige EU-Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) hat entschieden, dass der Wirkstoff Mancozeb (Valis M) keine Erneuerung der EU-Wirkstoffzulassung erhält. Demzufolge lief die Zulassung von 26 Produkten mit dem 31. Januar 2021 aus. Der Handel darf das Produkt danach noch ein halbes Jahr handeln (bis Ende Juni 2021), der Landwirt es bis Ende Juni 2022 aufbrauchen. Mancozeb ist ein reiner Kontaktwirkstoff ohne systemische Eigenschaften, der die Keimung der Pilzsporen auf der Blattoberfläche verhindert. Somit wurde stets vorbeugend auf die zu schützenden Blätter appliziert. Der Haupteinsatz richtete sich gegen Kraut- und Knollen bzw. Braunfäule in Kartoffel und Tomaten sowie gegen Falschen Mehltau in Wein.

Wie sieht die Fungizidstrategie in der Kartoffel nach dem Wegfall von Mancozeb aus?
Um einen Ausblick für einen passenden Ersatz in der Kartoffel zu geben, ist sich an dem bisherigen Einsatzspektrum zu orientieren. Im Wesentlichen wurde Mancozeb entweder solo, in Fertigformulierungen oder in Tankmischungen mit teilsystemischen (z.B. Valifenalate, Cymoxanil, Benthiavalicarb, Mandipropamid o.ä) und systemischen Wirkstoffen (z.B. Propamocarb, Cymoxanil, Metalaxyl-M, Oxathiapiprolin o.ä) angewendet. Mancozeb kann bei der Krautfäulebekämpfung im Moment noch durch andere noch zu Verfügung stehende Kontaktwirkstoffe wie Fluazinam (Shirlan) oder Cyazofamid (Ranman Top) ersetzt werden. Beide Wirkstoffe lagern sich in der Wachsschicht ein und sind schnell und dauerhaft regenfest. Damit wird ein Einwachsen des Pilzmyzels in die Pflanze schon während der Sporenkeimung effektiv verhindert.

Das größere Problem ist bei der Alternariabekämpfung zu erwarten. Nur Fluazinam (Shirlan) und Famoxadone wird eine geringe Nebenwirkung auf Alternaria‑Arten zugesprochen. Bei stärkerem Alternaria-Druck muss dann auf Spezialfungizide zurückgegriffen werden. Demzufolge ist zu erwarten, dass die Wirkstoffe Difenoconazol (Narita), Azoxystrobin, Pyraclostrobin, Boscalid und Fluxapyroxad eine noch größere Bedeutung erlangen werden, wobei in vielen Regionen die Leistungen der Strobilurine und Carboxamide aufgrund von Resistenzen nicht mehr ausreichend sind. Demnach wird dort die komplette Last auf Difenoconazol (Narita) liegen.

In Zukunft werden Tankmischungen zudem einen größeren Stellenwert einnehmen, da es nach dem Wegfall von Mancozeb nur noch wenige Fertigformulierungen mit Kontaktwirkstoffen wie Fluazinam, Cyazofamid, Famoxadone und Zoxamide zur Verfügung stehen werden. Zudem müssen zunehmend mehr Alternaria-Spezialfungizide zu gemischt werden.

Für den Spritzstart gegen Krautfäule stehen Propamocarb (Proxanil) und Oxathiapiprolin als systemische Tankmischpartner weiterhin zur Verfügung. In der Blattzuwachsphase sind Cymoxanil (Cymbal Flow) und Mandipropamid verfügbare und geeignete teilsystemische Tankmischpartner. Diese Kombinationen teilsystemischer und Kontaktwirkstoffe gegen Phytophthora infestans sind bei erhöhtem Alternaria-Druck durch ein Spezialfungizid, wie Narita zu ergänzen.

Bei Stoppspritzungen nach einer verpassten Anschlussbehandlung oder sehr hohem Krautfäuledruck sind Kombinationen aus systemischen, teilsystemischen und Kontaktfungiziden mit kurzen Spritzintervallen (3-4 Tag) notwendig (Proxanil Extra, Ranman Top – Proxanil Pack).

Fungizidempfehlung