GHS – Gefahrensymbole

Benennung
GHS01, Explodierende Bombe
Signalwort
Gefahr
Bedeutung
Unstabil, Explosionsgefahr

Benennung
GHS02, Flamme
Signalwort
Gefahr oder Achtung
Bedeutung
Entzündlich

Benennung
GHS03, Flamme über Kreis
Signalwort
Gefahr oder Achtung
Bedeutung
Brandfördernd

Benennung
GHS04, Gasflasche
Signalwort
Achtung
Bedeutung
Komprimierte Gase

Benennung
GHS05, Ätzwirkung
Signalwort
Gefahr oder Achtung
Bedeutung
Ätzend etc. Kat. 1

Benennung
GHS06, Totenkopf mit gekreuzten Knochen
Signalwort
Gefahr
Bedeutung
Giftig Kat. 1 – 3

Benennung
GHS07, Ausrufezeichen
Signalwort
Achtung
Bedeutung
Giftig Kat. 4 (Gesundheitsschädlich)
Ätz- oder Reizwirkung Kat. 2
Niedrigere systemische Gesundheitsgefährdung

Benennung
GHS08, Gesundheitsgefahr
Signalwort
Gefahr oder Achtung
Bedeutung
Systemische Gesundheitsgefährdungen

Benennung
GHS09, Umwelt
Signalwort
Achtung (für Kat. 1)
(für Kat. 2 kein Signalwort)
Bedeutung
Umweltgefährlich

Benennung der Piktogramme:

GHS01: Explodierende Bombe
GHS02: Flamme
GHS03: Flamme über Kreis
GHS04: Gasflasche
GHS05: Ätzwirkung
GHS06: Totenkopf mit gekreuzten Knochen
GHS07: Ausrufezeichen
GHS08: Gesundheitsgefahr
GHS09: Umwelt

Das mit „Systemische Gesundheitsgefährdungen“ bezeichnete Piktogramm GHS08 weist auf eine Reihe von schwerwiegenden Gefährdungen für innere Organe hin, beispielsweise:
Sensibilisierung der Atemwege.
Aspirationsgefahr für die Lunge.
Cancerogene, mutagene und reproduktionstoxische Wirkungen.
Systemische (oft chronische), schwerwiegende Toxizität für innere Zielorgane.
Die Unterscheidung ergibt sich aus den H-Sätzen. Eine Erläuterung zum Begriff Aspirationsgefahr finden Sie hier: [PDF, 85 KB].

Signalwörter für die Angabe des Gefährdungsgrads:

Der mit einem Gefahren-Piktogramm verbundene relative Gefährdungsgrad wird im GHS-System durch Signalwörter angegeben:
Gefahr: wird verwendet für ernsthaftere (höhere) Gefahrenkategorien.
Achtung: wird verwendet für weniger schwerwiegende (tiefere) Gefahrenkategorien.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) hat die Signalwörter in 22 Sprachen der EU aufgelistet: [PDF, 49 kB]

Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze):

Im GHS-System werden neben den Gefahrenpiktogrammen und Signalwörtern noch Gefahrenhinweise und Sicherheitshinweise verwendet.
Die Gefahrenhinweise dienen dazu, eine Gefährdungseigenschaft genauer zu umschreiben, beispielsweise für:
Akute orale Toxizität Kategorien 1 und 2: H300 „Tödlich bei Verschlucken“.
Akute orale Toxizität Kategorie 3: H301 „Giftig bei Verschlucken“.
Akute orale Toxizität Kategorie 4: H302 „Gesundheitsschädlich bei Verschlucken“.

Die Sicherheitshinweise dienen dazu, auf wichtige Sicherheitsmassnahmen beim Umgang mit dem Produkt hinzuweisen, beispielsweise:
P102: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P240: Behälter und zu befüllende Anlage erden.
P361: Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen.

Welches Piktogramm für welche Einstufung?

Den verschiedenen Gefahrenklassen/Kategorien sind die dazu gehörenden Piktogramme/Signalwörter und H-Sätze eindeutig zugeordnet. Dies ergibt sich aus den Einstufungsregeln der CLP-Verordnung. Ausführlicheres dazu findet sich auf der Seite H- und P-Sätze.

Die minimale Grösse der Piktogramme gemäss der CLP-Verordnung

Als massgebende Fläche der Piktogramme ist diejenige zu verstehen, welche durch die roten Seitenkanten (diese inbegriffen) begrenzt ist.
Die minimale Grösse der Piktogramme ist nicht mehr durch den ursprünglichen Anhang I, Abschnitt 1.2.1 der CLP-Verordnung festgelegt, sondern durch dessen 2. Anpassung an den Technischen Fortschritt, d.h. durch die Verordnung (EU) Nr. 286/2011 [PDF, 2.5 MB].
Für die verschiedenen Gebindegrössen sind darin die folgenden Mindestgrössen der einzelnen Piktogramme (Seitenkante x Seitenkante des roten Vierecks) vorgeschrieben:
bei Gebinden bis 3 Liter: mindestens 10×10 mm, wenn möglich 16×16 mm,
bei Gebinden von >3 bis 50 Liter: mindestens 23×23 mm,
bei Gebinden von >50 bis 500 Liter: mindestens 32×32 mm,
bei Gebinden von >500 Liter: mindestens 46×46 mm.

In der Schweiz gilt abweichend davon für Gebinde bis 3 Liter:
bei Gebinden bis 0.125 Liter: mindestens 10×10 mm,
bei Gebinden von >0.125 bis 3 Liter: mindestens 16×16 mm.

Die minimale Grösse des Etiketts gemäss der CLP-Verordnung

Die minimale Grösse des Etiketts ist ebenfalls im Anhang I, Abschnitt 1.2.1 der oben erwähnten Verordnung (EU) Nr. 286/2011 in Abhängigkeit von der Gebindegrösse vorgeschrieben:
bei Gebinden bis 3 Liter: mindestens 52×74 mm,
bei Gebinden von >3 bis 50 Liter: mindestens 74×105 mm,
bei Gebinden von >50 bis 500 Liter: mindestens 105×148 mm,
bei Gebinden von >500 Liter: mindestens 148×210 mm.
Dies ist der minimale Flächeanteil des Etiketts, welche für die in Art. 17 der CLP-Verordnung mindestens verlangten Informationen in einer Sprache verwendet werden muss, d.h.:
Name, Anschrift, Telefonnummer des Lieferanten,
Produktidentifikatoren,
bei Produkten, die für private Verwenderinnen erhältlich sind, auch die Füllmenge (falls nicht anderswo auf der Verpackung angegeben),
Gefahrenpiktogramme und Signalwort,
H-Sätze, EUH-Sätze und P-Sätze,
Allenfalls zusätzliche, aufgrund des Art. 25 der CLP-Verordnung vorgeschriebene Gefahrenhinweise.

Die minimale Textgrösse

Als minimale Textgrösse auf dem Etikett wird eine solche von 1.8 mm (etwa entsprechend Arial 7) empfohlen.

Die Anordnung auf dem Etikett

Die Elemente Gefahrenpiktogramme, Signalwort, H-Sätze und P-Sätze sind auf dem Etikett immer zusammen anzugeben.
Man kann die Etikettenfläche grösser als die minimal verlangte wählen, z.B. um die Informationen nach Art. 17 der CLP-Verordnung in grösserer Schrift oder in zusätzlichen Sprachen anzubringen oder um weitere Informationen einzufügen, ohne dass die Piktogrammfläche grösser sein muss, als die minimal vorgegebene.
Bei mehrsprachigen Etiketten müssen die vorgeschriebenen sprachlichen Kennzeichnungselemente pro Sprache zusammengefasst werden.